Wer bekommt Geld, und warum

Falls ihr es noch nicht wusstet: Die EU ist nicht einfach. Wer, wann was bekommt, und vor allem warum, hängt von einer Vielzahl von Vorschriften ab, die berücksichtigt und gewichtet werden müssen.
Ob ein bestimmtes Projekt förderwürdig ist, hängt unter anderem davon ab, wo es liegt (Stadt?/Land?), wer davon profitiert, (Arbeitslose?/Touristen?/Milchbauern?/die Umwelt?), ob es in einer reichen oder armen Region liegt, ob es geschlechtergerecht ausgerichtet ist, ob absehbar ist, dass es sich wirtschaftlich selbst trägt und wie viele Kanarienvögel die Großtante besitzt. Naja, nicht ganz so arg, die Großtante ist nicht wichtig. Aber ihr versteht: ganz so einfach ist es nicht.

Wir von Brandenburgdagehtwas haben deshalb einmal die einzelnen Bedingungen unter die Lupe genommen, und zeigen euch in den nächsten Wochen hier einen Überblick, was alles ihr beachten müsst, wenn ihr vielleicht einmal selbst gefördert werden möchtet.

Eine Erkenntnis schon mal vorweg: Nahezu jeder kann gefördert werden. Du musst nicht unbedingt eine Brücke, eine Milchkuh oder ein brandenburgischer Daniel Düsentrieb sein. Es reicht, wenn du zum Beispiel ein normaler Grafikdesigner bist, der Lust hat auf ein berufliches Auslandsjahr. So wie unser Teammitglied und geliebter Kollege Kai M. aus B., der heute noch von seinem ESF-geförderten Portugal-Jahr schwärmt.

Wie? Der ESF fördert ein Auslandsjahr? Wieso das denn?

So erstaunlich ist das nicht, wenn man sich einmal die Förderkriterien anschaut – so ein Auslandsjahr erfüllt gleich mehrere auf einmal. Es qualifiziert beruflich (durch Vermittlung von Fremdsprachenkenntnissen), fördert die zwischenstaatliche Konvergenz durch mehr Kaufkraft in einem unterentwickelten Mitgliedsland (Portugal) und stärkt die innereuropäische Vernetzung auf beruflicher Ebene.

Was es aber vor allem erreicht, und dies schwebt unausgesprochen über allen Maßnahmen die die EU-Fonds fördern – ist ein Zusammenwachsen Europas auf menschlicher und kultureller Ebene. Einander nicht bloß sprachlich, sondern eben auch von der Mentalität her zu verstehen ist Grundvoraussetzung für das demokratische Zusammenleben in einem geeinten friedlichen Europa.

Wenn du selbst europäisch (also inklusiv, demokratisch, sozial, ökologisch und/oder wirtschaftlich nachhaltig) denkst und handelst, gibt es viele Möglichkeiten, dir dafür Unterstützung bei den EU-Fonds zu holen. Ob an deinem Wohnort oder ganz woanders. Welche Möglichkeiten das sind, und wonach die Fördergelder vergeben werden, erklären wir dir hier.

1. Geschlechtergleichstellung

„Gleichstellung ist wichtig und richtig.“– Fragt man zufällige Passanten auf der Straße, bekommt man für diese Aussage wahrscheinlich 98% Zustimmung. Sie ist allgemein anerkannt, und man muss schon sehr weit zurückblicken, will man jemanden finden, der sich dezidiert öffentlich dagegen ausgesprochen hat. Die Meinungen gehen erst dann auseinander, wenn man fragt, welche Maßnahmen sinnvoll sind, um dieses Ziel zu erreichen….

 

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